Unverbindliche Prognose zu den Tagesgeldzinsen

Wenn man sich die aktuellen Offerten zu den Tagesgeldzinsen ein wenig genauer anschaut, dann zeigt sich, dass die Banken derzeit einen enorm hohen Bedarf an liquiden Mitteln haben. Dieser dürfte zumindest bis zum späten Frühjahr noch weiter steigen und dann ziemlich plötzlich wieder abfallen. Deshalb ist zu erwarten, dass die Tagesgeldzinsen ab Sommerbeginn wieder deutlich nach unten rutschen. Werte wie die derzeitigen Durchschnitte von knapp über zwei Prozent Rendite pro Jahr und erst recht nicht die derzeitigen Spitzenwerte von vier Prozent Tagesgeldzinsen bei einem mit einem Depot kombinierten Tagesgeld dürften dann nicht mehr zu erzielen sein. Auch die derzeitigen Garantien der Tagesgeldzinsen, die bei einer Hand voll Anbieter bis zu einem Jahr heran reichen, dürften schon bald wieder der Vergangenheit angehören.

Doch wo liegen die Ursachen für solche prognostizierten Entwicklungen bei den Tagesgeldzinsen und gleichermaßen auch für die Festgeldzinsen? Noch vor einem reichlichen halben Jahr wurde der Finanzmarkt von einer Zurückhaltung beim Konsum der Privatkunden und der Investitionsbereitschaft der gewerblichen Kunden bestimmt. Zu frisch waren die Wunden, die die Finanz- und Wirtschaftskrise geschlagen hatte. Jetzt profitieren die Tagesgeldzinsen davon, dass die Menschen ihre mehr oder minder freiwilligen Sparzwänge wieder ablegen, weil die Arbeitsplätze und damit auch das Einkommen wieder deutlich sicherer geworden sind. Das Geld fließt in den Konsum und es werden die Dinge gekauft, auf die man auf Grund der Unsicherheit der Krisenfolgen verzichtet hatte.

Die Unternehmen sind durch den Aufschwung wieder liquide und leisten sich kreditfinanzierte Investitionen. Eine steigende Kreditnachfrage wirkt sich immer förderlich auf die Tagesgeldzinsen aus. Der Kreditbedarf steigt im Frühjahr saisonbedingt vor allem bei den Baufinanzierungen. Die Mittel der Banken werden noch enger und sie müssen noch mehr Kunden mit hohen Tagesgeldzinsen locken. Mit dem Abflauen der Nachfrage nach Baufinanzierungen dürften die Auswirkungen der Aufkäufe von Anleihen der Fed zusammen fallen. Von dorther kommen gigantische Mittel auf den Geldmarkt, die die Kreditzinsen senken werden und sich in der Folge auch dämpfend auf die Tagesgeldzinsen auswirken.

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